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Familienplanung: mehr Rechte für Frauen in der Gesellschaft

13. Mai 2019

Familienplanung hat die Gesellschaft enorm beeinflusst und Frauenleben verbessert. Der sichere Zugang zu Verhütungsmitteln und Sexualerziehung bleibt eine globale Herausforderung.

Ein Jahrhundert der Veränderungen. Vor hundert Jahren kämpfte Margaret Sanger, die Wegbereiterin der Empfängnisverhütung, darum, das Leben der Frauen zu verändern und Mütter vor Leid zu bewahren. Sie verlangte, dass jede Frau das Recht dazu habe, die „absolute Herrin über den eigenen Körper“ zu sein. Das bedeutete, eine zuverlässige Verhütungspille zu entwickeln.

Sangers Vision und Einfluss regten einen der großen Fortschritte der modernen Volksgesundheit an: die freiwillige Familienplanung. Empfängnisverhütung hat nicht nur das körperliche Wohlbefinden von Frauen verbessert, sondern auch ihre Stellung in der Gesellschaft drastisch verändert.

Vor der Einführung der Antibabypille waren Frauen an einen größtenteils unabänderlichen Kreislauf aus Heirat, Schwangerschaft und anschließende Häuslichkeit gefesselt. Durch die selbstbestimmte Familienplanung haben Frauen es nun in der Hand, fundierte Entscheidungen darüber zu treffen, ob und wann sie Kinder haben wollen, schulische und wirtschaftliche Chancen zu nutzen und ihre Zukunft besser zu gestalten.

Infografik mit der Anzahl ungewollter Schwangerschaften in Entwicklungsländern

Das Leben besser und gesünder machen

Sich bewusst für ein Kind zu entscheiden, hat eine direkte Auswirkung auf Gesundheit und Wohlbefinden der Frau:

  • Es sind weniger unsichere Abtreibungen nötig.
  • Es kommt zu weniger ungewollten Schwangerschaften junger Frauen, bei denen eine Geburt ein höheres Risiko für Gesundheitsprobleme und Tod bedeutet.
  • In den am wenigsten entwickelten Ländern mit mangelhaftem Zugang zu medizinischer Versorgung kann die Familienplanung zu dicht aufeinander folgende bzw. zeitlich unpassende Schwangerschaften und Geburten verhindern, welche einer der Gründe für die weltweit höchsten Kindersterblichkeitsraten sind.
Infografik mit der Anzahl von Frauen, die wegen einer Schwangerschaft sterben

Außerdem ist die Familienplanung ein wichtiger Schritt, um in einkommensschwachen Volkswirtschaften den Armutskreislauf zu durchbrechen – nicht nur für Frauen und ihre Familie, sondern auch für die Gesellschaft insgesamt. Wenn die Frau entscheidet, wann sie schwanger werden will, hat sie mehr Chancen, erst eine Berufsausbildung zu absolvieren, finanziell auf eigenen Füßen zu stehen und stärker am öffentlichen Leben teilzunehmen. In kleineren Familien steht Eltern mehr Geld für jedes Kind zur Verfügung. Kinder mit weniger Geschwistern besuchen in der Regel länger die Schule als Kinder aus größeren Familien.

Daher sind die Vereinten Nationen seit mehr als einem halben Jahrhundert der Meinung, dass der Zugang zu sicherer, freiwilliger Familienplanung ein menschliches Grundrecht ist.

Und doch ist dies in vielen Teilen der Welt nicht der Fall.

Infografik mit der Müttersterblichkeitsrate in Entwicklungsländern

Eine Wahlmöglichkeit für alle

Heutzutage leben in Entwicklungsländern rund 214 Millionen Frauen im gebärfähigen Alter, die sich zuverlässige Empfängnisverhütung wünschen, aber keinen Zugang zu ihr haben. Diese Ungerechtigkeit wird zusätzlich durch eine wachsende Bevölkerung, einen Mangel an Familienplanungseinrichtungen und traditionelle kulturelle Ansichten begünstigt.

Das Guttmacher-Institut schätzt, dass Frauen mit einem unerfüllten Bedarf an modernen Verhütungsmitteln 84 % aller ungewollten Schwangerschaften in Entwicklungsregionen ausmachen. Hätten alle diese Frauen Zugang zu modernen Verhütungsmitteln, so seine Prognose, gäbe es ca. 75 % weniger ungewollte Schwangerschaften (statt jährlich 89 Millionen nur noch 22 Millionen) und ungeplante Geburten (statt jährlich 30 Millionen nur noch 7 Millionen). Dies wiederum würde jährlich den Tod von 76.000 Müttern verhindern.

Infografik mit der Anzahl der jedes Jahr durch Verhütungsmittel verhinderten ungewollten Schwangerschaften

Wie können wir das erreichen?

Internationale Initiativen wie die Reproductive Health Supplies Coalition (RHSC), konzentrieren sich auf drei entscheidende Pfeiler zur Förderung der Familienplanung in aller Welt: Bildung, Zugang und Unterstützung.

Als Mitglied des RHSC und gemeinsamer Projekte mit der USAID (United States Agency for International Development) und dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) unterstützt Bayer seit über 50 Jahren Familienplanungsprogramme in 130 Ländern, damit Frauen weltweit Zugang zu modernen Verhütungsmitteln erhalten.

Doch auch wenn Zugang, Verfügbarkeit und Finanzierbarkeit entscheidend sind, braucht es das Wissen über die Möglichkeiten und Vorteile aktiver Familienplanung, um nachhaltige, langfristige Veränderungen zu bewirken. Bayer arbeitet mit der White Ribbon Alliance an Aufklärungsmaßnahmen zu sexueller Gesundheit und besserer Selbstpflege für junge Frauen in aller Welt.

Anfang des 20. Jahrhunderts kämpfte Margaret Sanger darum zu zeigen, wie die Empfängnisverhütung das Leben der Frau zum Besseren wenden kann. Auch heute müssen wir weiter darum kämpfen, dass Frauen in aller Welt diese Chance erhalten.

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