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Braun um jeden Preis? Mit dem Hautkrebsrisiko ist nicht zu spaßen

6. August 2018

Hautkrebs ist auf dem Vormarsch, doch viele von uns glauben, nicht gefährdet zu sein

Wir alle wissen, wie gut es sich in der Sonne anfühlt – so gut, dass wir oft unseren wertvollen Urlaub am Strand verbringen und in der Sonne baden. Sonne scheint uns glücklicher zu machen – Forschungen haben ergeben, dass durch Sonnenlicht Endorphine ausgeschüttet werden, die auch als „Wohlfühlhormone“ bekannt sind. Aber nicht nur das: Sonne ist zudem unverzichtbar für die körperliche und geistige Gesundheit.

UV-Licht hilft dem Körper, Vitamin D zu produzieren, das wichtig für gesunde Knochen, Zähne und Muskeln ist. Vitamin-D-Mangel kann auch das Risiko für schwere Krankheiten wie Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.

Doch während wir in vielerlei Hinsicht von der Sonne profitieren, kann sie, wenn wir nicht aufpassen, auch katastrophale Auswirkungen auf die Gesundheit haben – die für manche Menschen sogar tödlich enden. Trotzdem passen viele nicht genügend auf.

Hautkrebs – eine tödliche Krankheit auf dem Vormarsch

Die Zahlen des so genannten „schwarzen“ (malignen) und „weißen“ bzw. „hellen“ (nicht malignen) Hautkrebses haben sich laut Weltgesundheitsorganisation in den vergangenen Jahrzehnten erhöht. Jedes Jahr werden weltweit zwischen zwei und drei Millionen Fälle des weißen und 132.000 Fälle des schwarzen Hautkrebses diagnostiziert.

„Einer von fünf Amerikanern erkrankt an Hautkrebs. Trotzdem gaukeln wir uns größtenteils vor, dass wir nicht betroffen sein werden. Wir glauben, dass jemand anderes dieser 'eine von fünf' Menschen sein wird.“

– Dr. Darrell Rigel, klinischer Professor für Dermatologie an der New York University Medical School

Die gute Nachricht: Mindestens neun von zehn Fällen des weißen Hautkrebses können erfolgreich geheilt werden. Beim schwarzen Hautkrebs, dem malignen Melanom, sieht es jedoch anders aus. Er tritt seltener auf, ist dafür aber weitaus gefährlicher. Der schwarze Hautkrebs ist eine Erkrankung der Melanozyten – jener Zellen, die das braune Pigment namens Melanin erzeugen, das den natürlichen Sonnenschutz des Körpers darstellt. Er gehört nicht nur zu den am weitesten verbreiteten Krebsarten unter den 20- bis 35-Jährigen – insbesondere in Australien und Neuseeland – sondern verzeichnet im Vergleich zu allen anderen Hautkrebsarten weltweit auch den größten Anstieg.

Die allermeisten Arten von schwarzem bzw. weißem Hautkrebs, an denen man erkranken kann, werden durch ein Zuviel an ultravioletter (UV) Strahlung, in der Regel durch Sonneneinwirkung, verursacht.

Warum es primär an unserem Verhalten liegt

Hautkrebs ist jene Form von Krebs, die am einfachsten zu vermeiden ist. Experten glauben sogar, dass vier von fünf Hautkrebserkrankungen verhindert werden könnten, indem einer Schädigung durch UV-Strahlen aus dem Weg gegangen wird.

Auch wenn den meisten Menschen heute klar ist, welches potenzielle Risiko ein Zuviel an Sonne bedeuten kann, spricht ihr Verhalten nicht unbedingt die gleiche Sprache.

„Einer von fünf Amerikanern erkrankt an Hautkrebs. Trotzdem gaukeln wir uns größtenteils vor, dass wir nicht betroffen sein werden. Wir glauben, dass jemand anderes dieser 'eine von fünf' Menschen sein wird“, so Dr. Darrell Rigel, klinischer Professor für Dermatologie an der New York University Medical School. „Es ist das Gleiche wie mit dem Rauchen: Jeder weiß, dass es nicht gut für uns ist, und trotzdem gibt es noch Leute, die rauchen.“

„Ein Problem von Hautschäden und Hautkrebs ist, dass sie sich schleichend entwickeln. Es kann fünf, zehn, zwanzig Jahre oder länger dauern, bis sich der Schaden bemerkbar macht.“

Doch Hautkrebs betrifft nicht nur Sonnenanbeter. Oft wird vergessen, dass die Haut jeden Tag der Sonne ausgesetzt ist und daher geschützt werden muss. Wer beispielsweise im Freien arbeitet, hat ein deutlich erhöhtes Risiko. Universitätsstudien des Imperial College London legen nahe, dass auf Grund von Tätigkeiten im Freien pro Woche ein Mensch an schwarzem Hautkrebs stirbt bzw. fünf Menschen neu an schwarzem Hautkrebs erkranken.

Aber auch wer sich beispielsweise überwiegend in geschlossenen Räumen aufhält und nur für kurze Zeit intensiv Sonne tankt, wie beispielsweise beim Sonnenbaden im Urlaub, läuft Gefahr, an malignem Hautkrebs zu erkranken, so die Hautkrebsforschung.

Durch die Sonne verursachte Schäden sind überwiegend beiläufig, doch die Annahme, dass nur Sonnenbrand ein Problem darstellt, ist weit verbreitet.

Sonnenschutz infografik
Sonnenschutz infografik

Die Psychologie des Sonnenschutzes

Eine der besten Möglichkeiten, um die Sonne zu genießen – und das Hautkrebsrisiko zu verringern – ist die Verwendung eines Sonnenschutzmittels. Doch obwohl es diese bereits seit den 1930er-Jahren gibt, werden sie nicht immer korrekt angewendet.

Laut dem Journal of the American Academy of Dermatology nutzen die meisten Amerikaner bis heute keinen regelmäßigen Sonnenschutz. Die Studie ergab, dass Männer mit größerer Wahrscheinlichkeit als Frauen niemals Sonnenschutzmittel verwenden. In Zahlen: 43,8 % der Männer (verglichen mit 27 % der Frauen) gaben an, sich nie das Gesicht mit Sonnenschutzmittel einzucremen, und 42,1 % der Männer (verglichen mit 26,8 % der Frauen) erklärten, keine anderen der Sonne ausgesetzten Hautbereiche einzucremen.

Selbst wenn Sonnenschutzmittel verwendet werden, gehen viele oftmals nicht richtig damit um. Der American Academy of Dermatology zufolge, erlitten die Probanden einen Sonnenbrand, die nicht genug Sonnenschutzmittel aufgetragen, sich nach dem Aufenthalt in der Sonne nicht wieder eingecremt oder ein abgelaufenes Produkt verwendet hatten.

„Es gibt zahlreiche Faktoren, die dazu führen, dass Sonnenschutz nicht korrekt gehandhabt wird“, so Eduardo Ruvolo, Direktor von US and International Medical Affairs Skin and Sun Care bei Bayer. „Die einen empfinden Sonnenschutzmittel als störend oder klebrig und wollen keine dicke Lage Creme auf der Haut haben. Die anderen halten die Anwendung für einen zusätzlichen Pflegeaufwand, für den sie keine Zeit verschwenden wollen. Wieder andere sind der Meinung, Sonnenschutzmittel würden zu viele scharfe Chemikalien enthalten, die sie ihrer Haut nicht zumuten wollen.“

Ein weiteres Problem ist die Fehlannahme, dass Sonnenschutz bei bewölktem Himmel nicht erforderlich ist. Tatsächlich gelangen laut der Hauptkrebsorganisation, Skin Cancer Foundation, auch an einem völlig bewölkten Tag bis zu 40 % der UV-Strahlen der Sonne bis auf die Erde.

29,9 % der Frauen und 14,3 % der Männer verwenden regelmäßig Sonnenschutz

Im Schatten der Sonne

Seit Jahrzehnten werden wir vor den Gefahren der Sonne gewarnt, trotzdem steigen die Hautkrebszahlen weiter. Manche schützen sich nicht, weil sie glauben, es nicht nötig zu haben, andere cremen sich einfach nicht ordentlich ein. Letztendlich ist es unsere Entscheidung, ob wir entsprechend der Erkenntnis handeln, dass uns kurzfristig getroffene Entscheidungen zur Nichtanwendung von Sonnenschutz langfristig Probleme bescheren können.

„Am wichtigsten ist es, sich zu schützen. Mein Rat lautet deshalb: schützende Kleidung tragen, die Mittagssonne vermeiden, deren Strahlung am stärksten ist, und regelmäßig Sonnenschutz auftragen. Kombiniert man diese drei Maßnahmen, kann man sein Hautkrebsrisiko auf jeden Fall senken“, so Dr. Riegel.

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