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Denkstoff: So halten B-Vitamine die grauen Zellen bei Laune

23. August 2018

Auch das Gehirn will ernährt werden. Und dabei sollten die Vitamine der B-Gruppe ganz oben auf der Speisekarte stehen

Würde jemand heute das Gehirn erfinden, dann würde er als größter Ingenieur aller Zeiten gefeiert. Die Hirnstruktur ist unglaublich komplex und enthält rund 100 Milliarden Neuronen mit etwa einer Billiarde Verbindungen zwischen ihnen. Das sind etwa 10.000 Verbindungen mehr als es Sterne in der Galaxie gibt. Viele Prozesse im Gehirn sind noch unbekannt, doch manche seiner Geheimnisse verstehen wir allmählich besser. 

Diese faszinierende Maschinerie am Laufen zu halten, ist eine echte Herkulesaufgabe. Um zu funktionieren, brauchen die Systeme und Strukturen des Gehirns nämlich viele Rohstoffe. Zu den wichtigsten zählen acht wasserlösliche organische Verbindungen – die B-Vitamine. Sie umfassen Vitamin B1 (Thiamin), B2 (Riboflavin), B3 (Niacin), B5 (Pantothensäure), B6 (Pyridoxin), B7 (Biotin), B9 (Folsäure) und B12 (Cobalamin). Zusammen sind sie für eine Reihe lebenswichtiger Funktionen zuständig, damit unser Gehirn das tut, was es soll. 

Sie liefern Energie

Da das Gehirn so komplex ist, braucht es viel Energie, um zu funktionieren. Obwohl es durchschnittlich gerade einmal 2 % des gesamten Körpergewichts ausmacht, verbraucht das Gehirn rund 20 % der vom Körper verbrauchten Kalorien. 

Zahlreiche B-Vitamine, darunter Thiamin, Riboflavin und Pantothensäure, spielen eine entscheidende Rolle bei den Zellstoffwechselprozessen, die Nahrung in Energie umwandeln. Vitamin B12 (Cobalamin) wiederum unterstützt die Bildung der roten Blutkörperchen, die Sauerstoff ins Gehirn transportieren. 

Das menschliche Gehirn verbraucht rund 20 % der vom Körper verbrauchten Kalorien

Sie entgiften das Blut

Die Aminosäure Homocystein kommt im Blut natürlicherweise vor und spielt eine wichtige Rolle beim Stoffwechsel. Steigt ihre Konzentration im Blut jedoch zu sehr an, wirkt sie toxisch und schädigt die empfindlichen Blutgefäße im Gehirn. Studien legen nahe, dass ein hoher Homocysteinspiegel an der Hirnschädigung bzw. der Abnahme kognitiver Fähigkeiten sowie der Gedächtnisleistung beteiligt ist. 

Die Vitamine B12, B6 und B9 unterstützen den Homocysteinabbau und senken so dessen Konzentration im Blut. Damit tragen sie möglicherweise zum Schutz vor langfristigen Schäden am Hirngewebe bei.  

Sie machen Laune

Die Gehirnaktivität basiert auf der ordnungsgemäßen Funktionsweise von Neurotransmittern, also Botenstoffen, die Signale zwischen Gehirnneuronen weiterleiten. Neurotransmitter werden durch die Interaktion verschiedener Substanzen, einschließlich mehrerer B-Vitamine, in den Neuronen hergestellt. Beispielsweise unterstützt Vitamin B6 (Pyridoxin) die Bildung von Neurotransmittern wie Dopamin, das an den Empfindungen Belohnung, Glück und Freude beteiligt ist.  

Andererseits beeinträchtigt ein Mangel an bestimmten Neurotransmittern unsere kognitiven Fähigkeiten. Menschen mit wenig Dopamin neigen daher eher zu Abgeschlagenheit und Depressionen, Menschen mit wenig Serotonin (das durch die Vitamine B6, B9 und B12 gefördert wird) zu Angstzuständen und körperlichen Beschwerden. 

Sie schützen das Gehirn

Das Gehirn ist ein hochkomplexes Gebilde, das sorgfältiger „Wartung“, bedarf, um in Schuss zu bleiben. Zum Beispiel Axone. Axone sind für das Gehirn wie das Silizium auf einem Mikrochip: Sie sind die Verdrahtung, über die Signale im Gehirn zwischen den Neuronen übertragen werden.  

Allerdings sind sie empfindlich und benötigen wie elektrische Leitungen eine Schutzummantelung. Im Falle der Axone besteht sie aus einer Substanz mit Namen Myelin – und zu dessen Bildung wird Vitamin B12 benötigt. Schäden am Myelin beeinträchtigen die Wirkung der Axone und können Schwindel, Taubheitsgefühle und Verlust der Sehkraft verursachen.  

Nahrung für den Geist

Je mehr wir über das Gehirn erfahren, desto verblüffender ist seine Leistung. Jüngste Studien zeigen, dass die Merkfähigkeit des Gehirns zehnmal größer ist als bisher angenommen. Die konservative Schätzung der Forscher ist, dass es etwa ein Petabyte Speicherkapazität hat – in etwa so viel wie alle Inhalte des Internets zusammen! 

B-Vitamine spielen eine wichtige Rolle dabei, dass das Gehirn sein volles Potenzial ausschöpft. Sie verleihen uns Tag für Tag Energie, stimmen uns positiv, helfen uns beim Konzentrieren und sorgen im Laufe unseres Lebens langfristig für geistige Gesundheit.  

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