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Vier Neuerungen, die das Leben von Nutztieren zum Besseren verändern

20. Juli 2018

Die Gesundheit und das Wohlergehen von Nutztieren sind immens wichtig. Technologie spielt dabei zunehmend eine zentrale Rolle.

Landwirte haben schon immer die neuesten technischen Fortschritte übernommen, um Ackerflächen und Nutztiere besser organisieren und pflegen zu können. Heute sind es digitale Innovationen, die Landwirten ganz neue Möglichkeiten der Tierhaltung ermöglichen. Doch neue Technologie soll nicht nur die Effizienz steigern – es geht auch darum, die Gesundheit und das Wohlergehen unserer Nutztiere maßgeblich zu fördern.

Im Folgenden stellen wir vier hochmoderne Innovationen vor, die das Leben von Landwirten und ihren Tieren verbessern:

1. Smartphone-Apps

In den letzten zwei Jahren ist eine steigende Anzahl von Gesundheits-Apps für Smartphones auf den Markt gekommen, mit denen Sie sowohl Ihre Fitness als auch Ihr Wohlbefinden überwachen können. 2017 gab es bereits 325.000 und die jährliche Zuwachsrate liegt bei 25 %. Dieser Trend hat auch zur Entwicklung von Anwendungen geführt, mit deren Hilfe Landwirte sich besser um ihre Tiere kümmern können.

Die BCS CowDition-App misst beispielsweise den körperlichen Zustand von Milchkühen. Mit nur ein paar Kurzaufnahmen eines jeden Tieres kann frühzeitig erkannt werden, ob mögliche Stoffwechselstörungen vorliegen. Die BCS SowDition-App ist das Äquivalent für Schweinezüchter: Die Anwendung ermöglicht unkomplizierte und objektive Speicherung, Nachverfolgung und Analyse des Gesundheitszustands von Mutterschweinen und der Herde mit einem einzigen Tool. Die Apps synchronisieren sich mit den Anwendungen der landwirtschaftlichen Betriebsführung. Sie bieten einen Überblick über die gesamte Herde und deren allgemeinen Gesundheitszustand, sowie Informationen über die einzelnen Tiere. Das hilft Tierärzten, sich bei ihren Besuchen schnell einen Eindruck zu verschaffen.

In Ostafrika unterstützt VetAfrica-Ethiopia (VAE) Landwirte und Tierärzte dabei, den Viehbestand vor Ort zu diagnostizieren, Informationen über adäquate Medikamente einzuholen und sich per Cloud auszutauschen, damit Erkrankungen mitverfolgt und überwacht werden können.

2. Drohnentechnik

Der Einsatz von Drohnen in der Landwirtschaft ist nicht neu: Seit mehr als einem Jahrzehnt werden mit ihnen bewirtschaftete Äcker überwacht. Neuerdings zeigen sich Drohnen auch bei der Viehwirtschaft als immer nützlicher. Mithilfe einer Drohne kann der Landwirt die Gesundheit seiner Tiere beim Weiden besser denn je im Auge behalten. Drohnen helfen dem Landwirt, auf etwaige Probleme aufmerksam zu werden: Sie erkennen Neugeborene, die von der Mutter getrennt wurden, und geben Auskunft über den Zustand der Wasserleitungen auf dem Hof und die Weidelandsituation.

Durch die Kombination von Infrarotsensoren und HD-Multispektralkameras erfassen die neuesten Drohnen zu jeder Jahreszeit kontinuierlich Echtzeitbilder und -videos der Herden. Landwirte in den USA haben beispielsweise herausgefunden, dass sie mit Drohnen sogar bei Schneestürmen nach jeder einzelnen Kuh und jedem einzelnen Kalb auf der Weide sehen können – das bedeutet Sicherheit für die Rinder und den Landwirt gleichermaßen.

3. Robotik

Viehzüchter mussten nicht lange überredet werden, um ihre Höfe mithilfe der Robotik besser zu bewirtschaften. Und die Technologie entwickelt sich rasant weiter, von automatischen Futteranlagen bis hin zu Herden-Bots, die sich wie Hirtenroboter verhalten. Diese Innovationen können zu höheren Ernteerträgen und geringeren Arbeitskosten führen sowie große Auswirkungen auf das Wohlergehen der Tiere haben.

Dank automatischer Melkroboter können Milchkühe im Freilaufstall gemäß ihrem Biorhythmus zur Melkanlage gehen. Dies wirkt sich erwiesenermaßen positiv auf ihr Wohlbefinden aus und daher auch auf ihre Gesundheit und Milchproduktion.

Außerdem können diese Roboter eine Vielzahl an Daten zum Gesundheitszustand des Tieres zusammenstellen. Dabei werden nicht nur das Gewicht, sondern auch die Milchqualität (beispielsweise Fett- und Eiweißgehalt) und Wiederkäutätigkeit ausgewertet.

4. Präzisionsviehwirtschaft

Mit der digitalen Landwirtschaftsrevolution ist Big Data auch auf der Weide angekommen. Viehzüchter nutzen diese Technologie immer häufiger, um besser für ihre Tiere sorgen zu können. Bei der Präzisionsviehwirtschaft überwachen Biosensoren und Machine-to-Machine Technologie kontinuierlich und automatisch die Gesundheit, Produktivität und Fortpflanzung der Tierbestände.

Dank dieser integrierten Systeme lassen sich Nutztiere rund um die Uhr über eine Vielzahl von Überwachungsgeräten und -sensoren, die immer günstiger und leistungsstärker werden, beobachten. Dazu zählen Nutztier-Wearables wie E-Tags, die am Ohr der Kuh angebracht werden und laufend die Körpertemperatur messen, oder Bluetooth-fähige Schweißüberwachungsstreifen, die den Natrium-, Kalium- und Glukosespiegel des Tiers erfassen.

Durch die fortlaufende Überwachung des Gesundheitszustands unserer Nutztiere hat Präzisionsviehwirtschaft auch das Potential, das Wohlergehen der Tiere in jeder Phase des Bewirtschaftungsprozesses zu fördern – vom Futterlieferanten bis hin zum Nutzviehtransport.

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